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Whiteboards: Must-have im Entwickler-Alltag oder nicht mehr zeitgemäß?

Während meines Studiums wurde ich des Öfteren darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch auf Papier schreibe. Stimmt, meinte ich, das sei mir bewusst, meinte ich. Den darauffolgenden Satz kannte ich sowieso schon auswendig „Aber du studierst doch Informatik“. Stimmt auch. Im Rest der Konversation habe ich dann versucht zu erklären, wieso Informatiker trotz Technikaffinität auch berechtigt sind auf Papier zu schreiben. „Es erhöht die Konzentration und hilft fokussiert zu bleiben“ war mein häufigstes Argument. Im Berufsleben kommt zum Blatt Papier dann oft noch das Whiteboard hinzu. Das Prinzip bleibt gleich, die Fragen auch, die Antwort auch. Mit diesem Artikel möchte ich die Fragen nun ein für alle Mal beantworten und wenn ich in Zukunft darauf angesprochen werde, verweise ich zuerst auf diesen Artikel und lass mich danach gerne auf ausführliche Diskussionen ein.

Ich glaube es war vor eineinhalb Jahren, an meinem ersten Tag bei digatus, als ich mich nach einem Whiteboard erkundigte. Mir fielen die vielen weißen, leeren Wände ins Auge, verschwendeter Platz gewissermaßen. Heute sind wir stolzer Besitzer von zwei riesigen Whiteboards, ein drittes auf Rollen steht herum und meterweise Whiteboard Folie steht auch noch zur Verfügung. Darauf, unzählige Gedanken zu verschiedensten Projekten und Kunden. Mittlerweile schätzt jeder die Möglichkeit einen Stift in die Hand zu nehmen und seine Gedanken aufzuschreiben. Warum? Hier die Anworten.

Es ist einfach

Ich hatte bis jetzt noch mit niemandem Kontakt der nicht wusste wie ein Whiteboard zu bedienen ist. Einen Stift in die Hand nehmen und drauf los malen kann jeder. Ein Programm oder elektronisches Tool muss ich immer erst erlernen. Wohl einer der Gründe, wieso damals in meiner Schulzeit unser elektronisches Whiteboard von genau einem Lehrer benutzt wurde. Ein Whiteboard ist quasi der gemeinsame Nenner, mit dem jeder umzugehen weiß.

Es ist schnell

Sofern ich einen Stift finde, kann ich ohne jede Vorbereitung loslegen. Ich muss nicht erst ein Programm installieren oder starten, das am besten noch gerne ein Update installieren möchte. Ich muss keine Verbindung mit einem Beamer und Co. aufbauen. Wieso ist das wichtig? Wenn sich etwas umständlich anfühlt und da reichen bereits ein paar Sekunden extra, machen wir es nicht mehr. Wie viele Menschen fühlen sich von der Zwei-Faktor-Authentifizierung in ihrem Arbeitsflow bereits unangenehm unterbrochen?
Das gleiche gilt für Korrekturen an meiner Aufzeichnung. Ich kann wegwischen was mir nicht passt und neu zeichnen. Ich muss nicht erst mit einem Selektionswerkzeug genau die Shapes auswählen die ich löschen möchte, dabei evtl. zu viel auswählen und wieder korrigieren, weil ich meine Shapes gruppiert habe und jetzt die ganze Gruppe ausgewählt hatte.

Es hilft zu fokussieren

In dem Moment in dem ich an einem Whiteboard zu arbeiten beginne, lege ich meinem Laptop bei Seite und bin ab diesem Zeitpunkt frei von allen möglichen Ablenkungen. Keine Versuchung mal eben die Mails zu checken, eine eintreffende MS Teams Nachricht zu beantworten oder auch nur zu lesen. Das gleiche gilt für alle mit Anwesenden, alle können sich zu 100% auf die Arbeit am Whiteboard konzentrieren. Zu häufig habe ich mich in einem der zahlreichen online Diagramm Tools wiedergefunden, wie ich einen Pfeil zwischen zwei Kästen ziehen wollte und nach 10 Minuten der Pfeil endlich genau die Krümmung hatte, die ich wollte. Diese 10 Minuten wollte ich eigentlich in die Ausarbeitung meiner Ideen stecken!

Whiteboards Vorteile

Die Vorteile von Whiteboards auf einen Blick

Es unterstützt die Kommunikation

Ein Whiteboard ist ein gemeinsames Gedächtnis aller Teilnehmer. Als Zuhörer kann ich mir sicher sein, dass das Bild in meinem Kopf mit dem der anderen übereinstimmt, da es schwarz auf weiß an der Wand steht. Als Redner kann ich meine Erzählungen visualisieren und für die anderen viel schneller verständlich machen, eben so wie jeder auch durch Gestiken versucht die Kommunikation zu unterstützen.
Ziel ist, dass am Ende der Whiteboard Session ein gemeinsames Verständnis des Sachverhalts auf dem Whiteboard niedergeschrieben steht, das abfotografiert und archiviert werden kann.

Es hilft Missverständnisse zu vermeiden

Oft habe ich es bereits erlebt, dass ich mir in einer Diskussion mit einem Kollegen vermeintlich einig war. Als wir unsere Sichtweise noch am Whiteboard skizzieren wollten, haben wir dann festgestellt, dass wir ein völlig unterschiedliches Verständnis hatten.

Es hilft neue Lösungen zu finden

Alles was ich auf einem Whiteboard niederschreibe muss ich nicht mehr im Kopf behalten und kann meine Denkkraft neuen Ansätzen, Optimierungen oder Erweiterungen widmen. Es hilft quer zu denken. Eine einfache Übung dazu. Denkt euch ein paar Zahlen aus und addiert dann jeweils eins. Wenn ihr das für jede Zahl gemacht habt, fangt ihr am Anfang wieder an. Wie viele fangen automatisch an sich die Zahlen aufzuschreiben?

Fazit

Für mich bleibt das Whiteboard ein unschlagbares Mittel zur Kommunikation einfacher und komplexer Sachverhalte. Es hilft alle Beteiligten in eine Diskussion einzubinden und dabei Ablenkungen zu minimieren.

Über remote Arbeit und Whiteboards

Und das ist der Punkt, an dem auch ich für elektronische Lösungen plädiere. Habe ich ein Team das remote zusammenarbeitet, dann werde ich aus einem Whiteboard nicht denselben Nutzen ziehen können, als wenn ich alle beisammenhabe. Dann können mich Software Lösungen enorm unterstützen zumindest die letzten drei Punkte weiterhin zu gewährleisten.

Oliver Seitz

Oliver Seitz
Als Head of digatus.ai berät und unterstützt Oliver Seitz mit seinem Team Unternehmen in allen Bereichen rund um Data Engineering, Data Analytics, Deep Learning und AI. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Sparte Manufacturing mit Herausforderungen in Predictive Maintenance, Process Optimization und Quality Control.

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